Buchenwälder in Deutschland

Deutschland ist ein Buchenland. Es beherbergt 26 % des Gesamt­areals der Rotbuche. Zahlreiche Buchenwaldtypen gibt es nur hier im Zentrum der Verbreitung, so zum Beispiel Hainsimsen-Buchenwald, Perlgras-Buchenwald, Waldgersten-Buchenwald etc. Buchenwälder repräsentieren daher einen bedeutenden Teil der biologischen Vielfalt Deutschlands.

In den noch zur Römerzeit ausgedehnten Urwäldern Germaniens war die Rotbuche die vorherrschende Baumart. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Buche in Deutschland erstreckt sich von den Meeresküsten durch das Norddeutsche Tiefland, durch die Hügelländer und die Mittelgebirge im Herzen Deutschlands bis in höhere Lagen der Alpen. Durch die Entwicklung der Zivilisation wachsen Buchenwälder heute nur noch auf einem verschwindend kleinen Teil ihrer potenziellen Wuchsfläche (ca. 7%). Diese noch verbliebenen Buchenwälder sind fast alle kulturell verändert oder forstlich genutzt und oft fehlen Alt- und Totholzstrukturen. Über 200 Jahre alte Buchenbestände und Einzelbuchen sowie größere zusammenhängende Flächen sind sehr selten. Reste naturnaher Tiefland-Buchenwälder gibt es weltweit nur noch in Deutschland.

Schon seit Karl dem Großen wurden Wälder in großem Stil gerodet und die Flächen landwirtschaftlich genutzt. Auch die industrielle Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert wäre ohne die Rohstoffbasis Holz nicht denkbar gewesen. Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Buche angesichts dramatischer Holzknappheit durch Aufforstungen mit schneller wachsenden Nadelbäumen zusätzlich aus vielen Wäldern verdrängt. Die einst ausgedehnten Buchenwälder Europas sind heute zu mehr oder weniger großen Inseln geschrumpft. Sehr alte naturnahe Buchenwälder sind heute selten und überwiegend auf schwierig zu bewirtschaftenden Standorten zu finden. Daher zählen sie im weltweiten Vergleich zu den stark bedrohten Lebensräumen unseres Kontinents, obwohl die Buche als Art keineswegs gefährdet ist.