Nationalpark Jasmund

Mecklenburg-Vorpommern

Gründung 1990, 3.070 ha, Fläche des Welterbe-Teilgebietes 493 ha,
Pufferzone 2.577 ha, Meereshöhe: NLP 0-162 m, Welterbe 0-131 m

Der Nationalpark Jasmund beherbergt die grandiose Kreideküste der Insel Rügen und die vom Meer umbrandete Halbinsel Jasmund mit ihrer hügeligen Hochfläche. Buchenwälder, Kreidefelsen und Meer bilden eine faszinierende Kulisse, die bereits die Maler der Romantik in ihren Bann zog und auch in der Gegenwart nichts von ihrem überwältigenden Reiz verloren hat. Hier scheint der Buchenwald ins Meer zu stürzen.

Geschichte

Die Sorge, diese beeindruckende Landschaft könnte dem Kreideabbau zum Opfer fallen, führte bereits 1929 zur ersten Unterschutzstellung des Gebietes. Weitere Schutzverordnungen folgten 1935 und 1954, bis es schließlich 1990 zur Ausweisung des Nationalparks kam. Seit diesem Zeitpunkt wird der Wald nicht mehr forstlich genutzt und seiner natürlichen Entwicklung überlassen.

Buchenwaldtyp

In dem etwa 3.000 ha großen Schutzgebiet steht auf 2.100 ha der größte zusammenhängende Buchenwald an der Ostseeküste. Vorherrschender Waldtyp ist der baltische Waldgersten-Buchenwald. Er  ist begleitet von Orchideen-Kalkbuchenwald auf Kreidesteilhängen, mit Eschen-Buchenwald in Bachtälern, mit Erlen.Quellsümpfen und Mooren. Der Buchenwald löst sich an den Kreidefelsen der Kliffhänge auf in ein dynamisches Mosaik aus offenen Bereichen, Gebüsch- und echtem Urwald. Aufgrund der Steilheit und Unzugänglichkeit wurden die Wälder an den Kliffhängen forstlich nie genutzt.

Lebensräume

Der Nationalpark Jasmund weist durch die komplexe Wirkung von Klima, Relief und Boden ein außergewöhnlich breites Spektrum an Lebensräumen auf. Allein die Buchenwälder besiedeln in unterschiedlichen Varianten nährstoffarme bis nährstoffreiche und trockene bis frische Standorte auf Kreide sowie Gletscherablagerungen. Mosaikartig sind unterschiedliche Moortypen in den Wald eingebettet und die Kreidehochfläche ist von einem Netz aus Bachläufen durchzogen. Der Kreideblock von Jasmund wurde im Eiszeitalter mehrfach von Gletschern überfahren, aufgestaucht und gepresst. Mit Entwicklung der Ostsee entstand in der Nacheiszeit die von außerordentlicher Dynamik geprägte Kreideküste der steil aus dem Meer aufragenden Waldlandschaft. 

Flora und Fauna

Diese Vielfalt von Lebensräumen ist Grundlagefür einen großen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten. Bemerkenswert sind der seltene Frauenschuh, der Riesenschachtelhalm und die Zwiebelzahnwurz. An den Hängen des Kreidekliffs brütet u. a. der Wanderfalke und die Mehlschwalbe siedelt in mehreren Kolonien. Auch der Seeadler ist regelmäßiger Brutvogel.

Weltnaturerbegebiet

Als Weltnaturerbegebiet wurde ein wenig, teilweise sogar vom Menschen unbeeinflusster, repräsentativer Landschaftsausschnitt im Osten des Nationalparks Jasmund, der vom Spülsaum der Ostsee über die Steilküste bis hin zur Hochfläche reicht, ausgewiesen. Die Größe des Gebietes beträgt 493 ha. Dieses wird umgeben von einer 2511 ha großen Pufferzone.

Weitere Informationen

Webseite des Nationalpark Jasmund

Karte des Welterbeteilgebietes