Nationalpark Hainich

Thüringen

Gründung 1997, 7.500 ha, Fläche des Welterbe-Teilgebietes 1.573 ha,
Pufferzone 4.085 ha, Meereshöhe: NLP 225-490 m, Welterbe 290-490 m

Im Westen Thüringens zwischen Mühlhausen, Bad Langensalza und der Wartburg-Stadt Eisenach präsentiert sich im Frühling ein Buchenwald der ganz besonderen Art. Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen zaubern wahre Blütenteppiche auf den Waldboden. Bevor der Bärlauch den Duft seiner weißen Blütensterne im Wald verströmt, übersät der rosa-violette Hohle Lerchensporn auf Hunderten Hektar den Waldboden. Sobald die uralten Buchen ihr Blätterdach geschlossen haben, wird es wieder dunkel am Waldboden und die Konkurrenz um das Licht beginnt. Über 30 Laubbaumarten konkurrieren neben der dominierenden Buche um einen Platz an der Sonne.

Buchenwaldtyp

Der Nationalpark Hainich schützt auf 7.500 ha den typischen Mittelgebirgsbuchenwald auf Kalkgestein. Der vorherrschende Waldtyp ist der Waldgersten-Buchenwald.

Geschichte

Das Gebiet wurde jahrzehntelang militärisches Sperrgebiet. Große Bereiche des Waldes wurden daher kaum betreten, so dass sich dort seit vier Jahrzehnten die Waldbestände ungestört entwickeln konnten. Allerdings entstanden auch riesige Rodungsflächen, deren natürliche Wiederbewaldung heute auf beeindruckende Weise zu beobachten ist. Seit seiner Ausweisung 1997 findet keine Nutzung mehr statt, in Zentralbereichen sogar bereits seit rund 50 Jahren.

Lebensräume

Neben großflächigen Verbuschungsflächen weisen Laubwälder mit ihrem hohen Totholzanteil einen außergewöhnlichen Arten- und Strukturreichtum auf. Der Hainich beeindruckt durch seine große Baumartenvielfalt und weist
Kalk-Buchenwälder in einer Größe, Unzerschnittenheit und Ausprägung auf, wie sie an keiner anderen Stelle mehr zu finden sind.

Flora und Fauna

Im Hainich sind neben den für Laubmischwälder typischen Pflanzen- und Tierarten auch sehr spezialisierte Arten zu finden. Wildkatze, Bechsteinfledermaus, Mittelspecht, hochgradig gefährdete Totholzkäfer, Orchideen und zahlreiche Pilzarten kommen hier vor. Auf den großen Verbuschungsflächen leben seltene Arten wie Braunkehlchen, Sperbergrasmücke, Neuntöter und Wendehals sowie zahllose Insektenarten.

Weltnaturerbegebiet

Das Weltnaturerbegebiet umfasst die zentralen Bereiche des Nationalparks mit besonders naturnahen Altbuchenwäldern und gibt durch seine Ausdehnung und Lage das große Stand­ortspektrum der Waldgesellschaften wieder. Seine Größe beträgt 1.573 ha.

Weitere Informationen

Webseite des Nationalpark Hainich

Karte des Welterbeteilgebietes