Zu Gast beim Nachbarn – vom Welterbe Grumsin in den Müritz-Nationalpark


Am 11. März fuhr eine 22-köpfige Gruppe aus Altkünkendorf und Wolletz in den Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern, genauer: in das Gebiet Serrahn, eines der Buchenwaldgebiete, die gemeinsam das deutsche Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ repräsentieren.

Die Ausflügler, BürgerInnen aus Altkünkendorf und Wolletz - die meisten seit Jahren aktiv im Kultur- und Heimatverein e.V. Altkünkendorf, interessierten sich für das benachbarte Weltnaturerbe und wollten es persönlich kennen lernen.

Der Verein betreut den Weltnaturerbe-Infopunkt in Altkünkendorf im Ehrenamt. So ist der Besuch des Infopunkts für die Gäste im Weltnaturerbe Grumsin oft die erste Begegnung mit dem alten Buchenwald, die Betreuer erklären, leiten und vermitteln, bieten auch Führungen im Wald an und sorgen für den freundlichen Empfang der Touristen.

Wenn ein Weltnaturerbe wie das der Alten Buchenwälder Deutschland aus fünf Teilen besteht, dann liegt es nahe, dass Gäste auch nach den andern Teilgebieten fragen. Die BetreuerInnen des Infopunkts stellten über die Jahre immer wieder einmal fest, dass es doch die eine oder andere Wissenslücke gibt, was die andern vier Gebiete betrifft.

Allein im vergangenen Jahr kamen über sechstausend Menschen in den kleinen Infopunkt in Altkünkendorf, da kommen eine Menge Fragen zusammen!

Kurz entschlossen reisten die Altkünkendorfer und Wolletzer nun gemeinsam in den Serrahn, um sich diesen am nächsten liegenden Nachbarn selbst anzusehen und erklären zu lassen.

Ein freundlicher Ranger des Müritz-Nationalparks nahm sie in Zinow herzlich in Empfang und verbrachte mehr als fünf Stunden mit ihnen. Eine lange Wanderung von siebeneinhalb Kilometern lieferte viel Stoff zum Schauen, Hören und Erfahren. „Ganz anders als unser Grumsin“ - war das Fazit der Besucher, die es sehr genossen, selbst einmal diejenigen zu sein, denen  Natur und Historie, Erfolge und Schwierigkeiten in der Entwicklung des kleinen Gebietes ausführlich erklärt wurde. Erstaunen löste die Tatsache aus, dass es im Serrahn noch Flächen mit großen Kiefern gibt, unter ihnen locker verteilt noch kleine Buchen. Ja, so ist es, die Natur hat hier Zeit zum Selbermachen.

Doch der endlich erreichte sehr strukturreiche, dicke alte Buchen aufweisende Wald, der welterbewürdig wurde, entschädigte die Neugier der Gäste: hier hat schon sehr lange niemand mehr die Säge angelegt. Zwar ist das Gebiet des Serrahn insgesamt 6.200 ha groß. Welterbe konnte allerdings nur eine 268 ha große Fläche werden, nur dort ist der Wald so alt, vielgestaltig und artenreich, dass die UNESCO ihn aufnahm. Das ließ die Brandenburger Gäste noch einmal deutlich spüren, wie streng die Auswahl war. Und es erhöhte den Stolz auf das Eigene erheblich.

Eine Pause war dann sehr willkommen. Im Forsthaus Serrahn wartete eine Ausstellung auf die Wanderer, sehr informativ und gut gestaltet, die manche Frage noch tiefgehender beantworten konnte: warum blieb der alte Wald hier unangetastet? Seit wann wächst er überhaupt hier?

Alle waren sich einig, als die Wanderung in Carpin ihren Endpunkt erreicht hatte: das war toll! Und es wird die eigene Tätigkeit auf jeden Fall bereichern.

Wieder einmal bestätigte sich, wie nützlich, wie Horizont erweiternd es ist, einmal das eigene Umfeld zu verlassen und den Nachbarn zu besuchen: Was macht der so, und vor allem, wie?