Search
Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
Brandenburg
Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin nordöstlich von Berlin fasziniert durch seinen Wechsel von ausgedehnten Wäldern und weitem Offenland, von tiefen Senken und markanten Höhenzügen. Das ausgeprägte Relief spiegelt das Geschehen der letzten Eiszeit wider, als Gletscher das Gesicht der Landschaft mit ihren gewaltigen Eismassen überzogen und veränderten. Ein ganz besonderer und seit 20 Jahren nicht mehr genutzter Buchenwald ist der Grumsin. Dort finden sich in den Senken von Endmoränenzügen zahlreiche Moore und Kleingewässer, die eng verzahnt mit Buchenwäldern stimmungsvolle Waldbilder zaubern.
Buchenwaldtyp
Im Grumsin sind alte naturnahe Tieflandbuchenwälder auf eiszeitlichen Sanden und Lehmen geschützt. Der vorherrschende Waldökosystemtyp ist der Flattergras-Buchenwald.
Geschichte
Waldgeschichtliche Forschungen haben ergeben, dass der Grumsin seit mehreren 100 Jahren nahezu flächendeckend als Laubwald überdauert hat. Nach 1945 wurde das Gebiet DDR-Staatsjagdgebiet. Forstliche Nutzung trat in den Hintergrund und ein Betretungsverbot kam zahlreichen störempfindlichen und seltenen Tierarten zugute. Seit 1990 ist der Grumsin bedeutender Teil der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Aufgrund der sehr geringen Holznutzung und des generellen Nutzungsverzichtes seit über 20 Jahren ist das Gebiet geprägt durch einen hohen Altholzanteil. Dies macht den hohen naturschutzfachlichen Wert der Grumsiner Buchenwälder aus.
Lebensräume
Tiefe Senken mit zahlreichen, unterschiedlich ausgebildeten Mooren und Kleingewässern wechseln mit markanten Höhenzügen. Diese unterschiedlichen Strukturen auf engstem Raum bilden die Grundlage für eine Fülle von Tier- und Pflanzenarten.
Flora und Fauna
Im Biosphärenreservat lebt der europaweit sehr seltene Schreiadler. Seeadler, Schwarzstorch und Kranich sind weitere ornithologische Besonderheiten des Gebiets. Der Laubfrosch profitiert von den zahlreichen naturnahen Kleingewässern und in den intakten Mooren finden sich seltene Pflanzenarten wie Sonnentau und Wollgras. Seit einiger Zeit sind durchziehende Wölfe beobachtet worden.
Weltnaturerbegebiet
Der Grumsin wurde fast vollständig als Weltnaturerbegebiet abgegrenzt, seine Größe beträgt 590 ha.