Merkmale und Verbreitung

Buchenwälder gehören zu den sommergrünen Laubwäldern, die nur in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vorkommen. Laubwälder, die von der Rotbuche (Fagus sylvatica L.) dominiert werden, sind in ihrer Verbreitung auf Europa beschränkt. Ohne Einfluss des Menschen würden Buchenwälder in Mitteleuropa landschaftsprägend sein und rund zwei Drittel der Landfläche Deutschlands bedecken.

Die natürliche Ausbreitungsgrenze der Buchenwälder an der Ostseeküste © T. Geisel
Die natürliche Ausbreitungsgrenze der Buchenwälder an der Ostseeküste © T. Geisel

Die Buche, wegen ihres rötlich-weißen Holzes auch Rotbuche genannt, hat es aufgrund ihrer großen ökologischen Durchsetzungskraft geschafft, nach der Eiszeit aus kleinen Rückzugsgebieten im Süden und Südosten Europas heraus weite Teile Europas zu besiedeln. Sie liebt kühles, gemäßigtes Klima. Es gibt sie nur in Europa, in Deutschland hat sie ihr Hauptverbreitungsgebiet. Die Buche ist sehr konkurrenzstark und besiedelt nahezu alle Areale: von reichen Kalk- bis mageren Sandböden, vom Gebirge bis ins Tiefland und von feuchten bis trockenen Standorten. Darüber hinaus vereint sie die Fähigkeit, Schatten zu vertragen mit hoher Wuchsleistung. In ihrem Schatten können nur wenige angepasste Pflanzen heranwachsen. Unter dem Laubdach großer Buchen wachsen daher meist wieder Buchen. Der Buchenwald ist trotz der Dominanz einer Baumart bevorzugter Lebensraum für mehrere Tausend Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Die Buche hat ihre klimatische Verbreitungsgrenze vermutlich noch nicht erreicht. Ihre Expansionskraft ist daher ungebrochen. Die nacheiszeitliche Wiederbewaldungsphase ist noch im Gang – ein Prozess, der sich an keiner anderen Stelle der Welt dokumentieren lässt. Außergewöhnlich ist auch der ausgeprägte Jahreszeitenzyklus der Buchenwälder mit seinen Frühlingsblühern, der herbstlichen Laubfärbung und dem Laubfall.