Welterbestätten in Deutschland

Deutschland hat sich mit der Ratifizierung des Welterbeübereinkommens zum einen verpflichtet, seine Natur- und Kulturgüter mit Bedeutung für die gesamte Menschheit zu erhalten. Zum anderen übernimmt es die Verantwortung, Güter mit einem „außergewöhnlichen universellen Wert“ für die Aufnahme in die Welterbeliste vorzuschlagen.

Der Blick auf die aktuelle Welterbeliste zeigt, dass bei den Schutzbemühungen welt- und deutschlandweit ein Missverhältnis zwischen Kulturgütern und Naturgütern besteht. Von den insgesamt 39 Welterbestätten in Deutschland zählen drei zu den Naturerbestätten, neben den Buchenwäldern seit 2011 sind das die Fossilienfundstätte Grube Messel in Hessen und seit 2009 das Wattenmeer. Bei den restlichen 36 handelt es sich um Kulturerbestätten, z.B. den Kölner Dom, den Muskauer Park oder die ehemalige Zeche Zollverein in Essen.

Verstärkte Schutzbemühungen für Naturgüter

Im Jahr 2004 wurde im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz ein Forschungsprojekt durch­geführt, um potenziell geeignete Naturstätten für eine Nominierung als UNESCO-Welterbestätte in Deutschland zu ermitteln. Die so identifizierten Naturstätten wurden in Hinblick auf ihre Erfolgschancen im Falle einer Nominierung überprüft. Als Ergebnis der Untersuchung wurde festgestellt, dass so genannte „serielle Nominierungen“ wesen­t­lich höhere Aussichten auf Erfolg haben. Serielle Nominierungen umfassen mehrere Einzelgebiete. Auch mehrere Staaten können gemeinsam die serielle Nominierung eines Naturerbes erarbeiten. Diese Möglichkeit ist insbesondere für Naturgüter in Europa wichtig. Auf Grund der intensiven Besiedlung sind hier viele natürliche Lebensräume stark vereinzelt und lassen ihre weltweite Bedeutung erst durch eine europaweite Betrachtung erkennen. In der vergleichenden Untersuchung wurden zahlreiche Naturgüter bewertet. Dabei kristallisierten sich die deutschen Buchenwaldvorkommen als Naturgut von „außergewöhnlichem universellem Wert“ heraus. Ihre Bedeutung er­schließt sich vor allem durch die Vielfalt ihrer Verbreitungsformen und Ausprägungen. Hier nehmen die deutschen Buchenwälder eine besondere Stellung ein. Daher wurden die Chancen einer Nominierung deutscher Buchenwälder in Form einer seriellen europäischen Nominierung durch eine Machbar­keits­studie im Jahr 2006 näher untersucht. Als Ergebnis wurden im Februar 2007 fünf deutsche Buchenwaldgebiete als zukünftige Welterbenominierung vorgeschlagen.

Weitere Informationen

UNESCO-Welterbe Wattenmeer

Die UNESCO-Welterbestätten in Deutschland