Suchen

Film

Weltnaturerbe in Deutschland
ein Film des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Das Welterbeübereinkommen der UNESCO

Am 16. November 1972 auf der 17. Generalkonferenz der UNESCO wurde das „Über­einkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ verabschiedet, auch Welterbe­übereinkommen oder Welterbekonvention genannt. Es ist das international bedeutendste Instrument zum Schutz unseres kulturellen und natürlichen Erbes. Bis heute haben 190 Staaten das Übereinkommen ratifiziert, darunter im Jahr 1976 auch Deutschland.

 

Einmaliges schützen und erhalten

Leitidee des Welterbeübereinkommens ist gemäß seiner Präambel die „Erwägung, dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen“. Als Weltnaturerbe werden demnach einzigartige Naturphänomene, als Weltkulturerbe einzigartige menschliche Kulturleistungen bezeichnet.Mit der Unterzeichnung des Übereinkommens verpflichten sich die Vertragsstaaten, die innerhalb ihrer Grenzen gelegenen Welterbe­stätten zu schützen und für zukünftige Genera­tionen zu erhalten. Das wichtigste Instrument des Übereinkommens ist die UNESCO-Welterbeliste. Hier werden einmalige Naturlandschaften, geologische Formationen, Kulturlandschaften und Kultur­güter von überragender weltweiter Bedeutung aufgenommen. Voraussetzungen für ihre Aufnahme sind vor allem ihr außer­gewöhnlicher universeller Wert, ihre Unversehrtheit und die Gewährleistung ihres Schutzes. Wenn Vertragsstaaten die Aufnahme entsprechender Stätten innerhalb ihrer Grenzen beantragen, erkennen sie die weltweite Bedeutung dieser Stätten an und verpflichten sich dazu, sie zu erhalten. Welterbestätten, die einer besonderen Bedrohung ausgesetzt sind, werden in der „Liste des gefährdeten Welterbes“ aufgeführt. Die für diese Gebiete erforderlichen Schutz- und Sicherungsmaßnahmen können mit Hilfe des „Welterbe-Fonds“ finanziert werden.

 

Die Welterbeliste 

Derzeit umfasst die Welterbeliste 962 Stätten in 157 Staaten, von denen 745 Kultur- und 188 Naturerbestätten sind, sowie 29 so genannte "Mixed Sites", die sowohl Kultur- als auch Naturerbestätte sind. Die "Liste des gefährdeten Welterbes" zählt 38 Stätten, darunter die Regenwälder Madagaskars und die Altstadt Jerusalems (Stand Juli 2012).

 

Weltnaturerbe

Der Geiranger-Fjord in Norwegen, der Baikal-See in Russland, die Galapagos-Inseln in Ecuador, die Serengeti in Tansania - das sind vier der derzeit insgesamt 188 Gebiete, die als Weltnaturerbe auf der Welterbeliste der UNESCO eingetragen sind.

Nicht alle Gebiete sind so berühmt wie die genannten. Zu den Weltnaturerbestätten zählen auch weniger  bekannte  Naturschätze wie der für seine Berggorillas bekannte Bwindi Nationalpark in Uganda, die Höhlen von Skocjan in Slowenien oder die Regenwälder von Atsinanana in Madagaskar.

 

Das Welterbeübereinkommen definiert in Artikel 2 „Naturerbe“ a

  • Naturgebilde, die aus physikalischen und biologischen Erscheinungsformen oder – gruppen bestehen, welche aus ästhetischen oder wissenschaftlichen Gründen von außergewöhnlichem universellen Wert sind

  • Geologische und physiogeographische Erscheinungsformen und genau abgegrenzte Gebiete, die den Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten bilden, welche aus wissenschaftlichen Gründen oder ihrer Erhaltung wegen von außergewöhnlichem universellen Wert sind,

  • Naturstätten, oder genau abgegrenzte Naturgebiete, die aus welche aus wissenschaftlichen Gründen oder ihrer Erhaltung oder natürlichen Schönheit wegen von außergewöhnlichem universellen Wert sind.

Der außergewöhnliche universelle Wert bezeichnet eine natürliche Bedeutung, die so außergewöhnlich ist, dass sie die nationalen Grenzen durchdringt und sowohl für gegenwärtige als auch für zukünftige Generationen der gesamten Menschheit von Bedeutung ist.  Die Kriterien für die Beurteilung des außergewöhnlichen universellen Wertes legt das Welterbekomitee fest (Artikel 49 der Durchführungsrichtlinien des Übereinkommens).

 

Weitere Informationen

Offizielle Webseite der Welterbekonvention
UNESCO-Welterbe Deutschland
UNESCO Deutschland
Deutsche Stiftung Welterbe
Text des Übereinkommens
Durchführungsrichtlinien (in englischer Sprache)