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Häufige Fragen


Buchenwälder

Wie viel Buchenwälder gibt es in Deutschland?

Von Natur aus wäre die Buche in Deutschland die häufigste Baumart. Von ihrem einstigen Areal sind nur knapp 8% erhalten geblieben. Aktuell kommt sie auf rund 15% der Waldfläche der Bundesrepublik vor. Davon ist aber nur ein kleiner Anteil von 6% älter als 160 Jahre.



Wo kommen Buchenwälder weltweit noch vor?

Die Buche gliedert sich in zwei Gattungen: Fagus und Nothofagus. Während Nothofagus auf der Südhalbkugel (speziell in Patagonien, Ostaustralien und Neuseeland) vorkommt, ist die Gattung Fagus auf der Nordhalbkugel in den klimatisch gemäßigten Zonen zu Hause und bildet sommergrüne Wälder. Sie untergliedert sich in 11 Arten. Davon kommen allein 7 in Ostasien vor, 2 in Nordamerika und 2 in Europa bzw. Vorderasien (Fagus orientalis und Fagus silvatica). Die verschiedenen Arten sind tatsächlich in ihren Verbreitungsgebieten kaum noch als Wälder vorhanden. Diese Buchenwälder wurden abgeholzt und als Acker oder als Viehweide genutzt. Einzig die Fagus silvatica, die Rotbuche, nimmt noch größere Flächen in Mitteleuropa ein, besonders in Deutschland und Slowenien. Bedeutend und einzigartig in ihrer Funktion als Genressource sind die Kaspischen Buchenwälder im Norden Irans. Hier ist die unserer Buche nahe Verwandte Fagus orientalis prägend.



Was sind planare Buchenwälder?

Planare Buchenwälder sind solche im Tiefland. Die Höhengrenze liegt unter 400 Metern. In Deutschland kommen sie in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen, in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg vor. Sie sind in den vergangenen Jahrhunderten besonders stark zurück gedrängt worden, da sie auf Grund des relativ ebenen Reliefs leicht für die landwirtschaftliche Nutzung (Acker und Weide) zugänglich waren. Die Reste dieser Wälder sind dadurch besonders schutzwürdig.



Warum sind alte, nutzungsfreie Buchenwälder so wertvoll?

In bewirtschafteten Wäldern wird die Buche in der Regel in einem Alter von 160 Jahren genutzt, d.h. gefällt. Ihre natürliche Lebensgrenze liegt aber jenseits von 400 Jahren. Erst mit zunehmenden Alter werden Buchen dicker, ihr Stamm rissiger, Äste brechen ab, Baumhöhlen entstehen. Hier finden Pilze und Flechten, Kleinsäuger, Insekten und Vögel ihren Lebensraum. Tote Bäume oder Teile davon werden von spezialisierten Arten besiedelt und letztendlich im zersetzten Zustand dem natürlichen Kreislauf übergeben. Wenn in einem unbewirtschafteten Buchenwald ein alter Baum stirbt, macht er Platz für neues Leben. Das kleinflächige Nebeneinander von alten und jungen Waldpartien machen diese Wälder so vielfältig. Wenn beispielsweise ein das Totholz zersetzender Pils sein Werk an einem Stamm getan hat, so finden seine Sporen schon in nächster Nähe eine neue Wirkungsstätte. Im Wirtschaftswald würde er kein geeignetes Holz in unmittelbarer Nähe finden und somit verloren gehen.



Warum wird die Buche als eine „junge“ Baumart bezeichnet?

Die Buche ist nach der letzten Eiszeit als die letzte unserer heutigen heimischen Baumarten nach Mitteleuropa zurückgekehrt. Ihre Refugien lagen wohl jenseits der Alpen, in den Apennien, im südlichen Balkan und den Pyrenäen. Die Einwanderung erfolgte vor etwa 10 000 Jahren vom heutigen Slowenien aus über die Ostalben, das Donautal und Böhmen bis in das norddeutsche Tiefland und von dort über Dänemark nach Südschweden. Die Wanderung der Buche ist bis jetzt nicht abgeschlossen und wird sich im Zuge von Klimaveränderungen noch beschleunigen.



Was verstehen wir unter Dominanz der Buche?

In Buchenwäldern ist die Buche die herrschende Baumart und kann über 90% der Baumschicht einnehmen. Eichenwälder haben beispielsweise einen größeren Anteil von Mischbaumarten. Die Buche duldet unter optimalen standörtlichen Verhältnissen (Nährkraft der Böden und Feuchte) kaum eine Baumart neben sich, d.h. sie ist die Gewinnerin beim Kampf um das Licht. Sie vermag wie kaum eine andere Baumart Lücken im Bestand durch Auffüllen ihrer Krone in kurzer Zeit wieder zu schließen. Sie macht das Bestandesdach wieder dicht und andere Baumarten verkümmern durch zu wenig Licht. Sie selber kann besonders in der Jugend sehr viel Schatten vertragen. Junge Buchen lauern in der schattigen Unterschicht sehr lange und schießen bei einer Auflichtung explosionsartig nach oben. Buchen sind auch darum bei der Verbreitung so erfolgreich, weil sie eine große standörtliche Bandbreite besitzen. Bis auf sehr sauren und sehr trocknen Böden können sie überall wachsen.



Nominierung Weltnaturerbe Buchenwälder

Wer entscheidet über die Einschreibung auf die Welterbeliste?

Die Entscheidung, ob eine nominierte Kultur- oder Naturstätte in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wird, fällt das Welterbekomitee anlässlich seiner jährlichen Sitzung. Das Komitee besteht aus 21 gewählten Mitgliedern (Staaten), die möglichst alle Kontinente und Kulturkreise repräsentieren. Um in die Welterbliste eingeschrieben zu werden, müssen die vorgeschlagenen Stätten die Kriterien erfüllen, die in den Durchführungsrichtlinien der Konvention festgelegt sind. Die Beratungsorganisationen IUCN (Naturerbe) und ICOMOS (Kulturerbe) legen dem Komitee zur Vorbereitung der Entscheidung einen Bericht vor, das Ergebnis der Überprüfung der Erfüllung der Kriterien enthalten ist.



Was kostet die Nominierung?

Für die Einreichung und Evaluierung des Nominierungsdossiers bei der UNESCO fallen keine Kosten. Die Kosten für die Erstellung des wissenschaftlich fundierten und anspruchsvollen Nominierungsdossiers und die begleitende Öffentlichkeitsarbeit tragen die vier beteiligten Bundesländer gemeinsam. Insgesamt ist bei der Finanzierung von Vorteil, dass es sich um Teile bestehender Schutzgebiete und um eine gemeinsame Nominierung der vier Bundesländer handelt, und somit zum einen einige zu erfüllende Aufgaben identisch und zum anderen die Kosten auf die betroffenen Länder aufgeteilt werden können. Dadurch ergeben sich sowohl eine Arbeits- als auch eine Kostenersparnis.



Wie kann ich mich beteiligen?

Die beteiligten Schutzgebiete und Bundesländer ermöglichen im Rahmen Ihres Veranstaltungsprogramms und Ihrer Öffentlichkeitsarbeit eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Information zum Thema Buchenwald, UNESCO-Welterbe und dem aktuellen Nominierungsvorhaben. Die beteiligten Bundesländer haben mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz und des Bundesumweltministeriums eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeitskampagne gestartet, um die örtliche Bevölkerung und die Öffentlichkeit in die UNESCO-Welterbenominierung einzubeziehen. Die Rubrik "Briefkasten" dieser Webseite bietet Ihnen die Möglichkeit, uns Ihre Fragen und Meinungen direkt mitzuteilen! Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung!



Ist die Nominierung mit zusätzlichen Einschränkungen/Nutzungsbeschränkungen verbunden?

Die Nominierung ist mit keinen weiteren, über das bisherige Maß hinausgehenden, Nutzungseinschränkungen verbunden. Die für die Nominierung vorgesehenen Gebiete sind bereits als Nationalparke bzw. Kernzone eines Biosphärenreservates unter Schutz gestellt und somit ohne Nutzung. Zur Integrität und langfristigen Sicherung des Schutzgutes wird im Rahmen des Nominierungsverfahrens ein Managementplan erarbeitet. Hier werden Festlegungen zur weiteren Verbesserung der Gebiete als Welterbestätten getroffen. Dazu gehört auch die Planung von Möglichkeiten zum Kennenlernen der Gebiete durch Besucher.



Ist die Nominierung mit zusätzlichen Schutzgebietsausweisungen verbunden?

Nein, es werden keine weiteren Schutzgebietsausweisungen erfolgen. Der Status Nationalpark bzw. Kernzone Biosphärenreservat ist ausreichend für die langfristige Sicherung der zukünftigen Welterbestätten.



Habe ich als Anwohner mit Beschränkungen zu rechnen?

Nein, dies ist nicht der Fall. Durch die Nominierung und Anerkennung als Welterbestätte wird das jeweilige Gebiet eine Aufwertung erfahren, die zu einer Zunahme des naturnahen Tourismus führen wird. Mehr Gäste aus dem In- und Ausland wollen eine Weltnaturerbestätte kennen lernen. Dies kann zu einer Erhöhung der Wertschöpfung von Gewerbetreibenden der Tourismusbranche im Umfeld führen.