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Nationalpark Jasmund
Mecklenburg-Vorpommern
Der Nationalpark Jasmund beherbergt die grandiose Kreideküste der Insel Rügen und die vom Meer umbrandete Halbinsel Jasmund mit ihrer hügeligen Hochfläche. Buchenwälder, Kreidefelsen und Meer bilden eine faszinierende Kulisse, die bereits die Maler der Romantik in ihren Bann zog und auch in der Gegenwart nichts von ihrem überwältigenden Reiz verloren hat. Hier scheint der Buchenwald ins Meer zu stürzen.
Geschichte
Die Sorge, diese beeindruckende Landschaft könnte dem Kreideabbau zum Opfer fallen, führte bereits 1929 zur ersten Unterschutzstellung des Gebietes. Weitere Schutzverordnungen folgten 1935 und 1954, bis es schließlich 1990 zur Ausweisung des Nationalparks kam. Seit diesem Zeitpunkt wird der Wald nicht mehr forstlich genutzt und seiner natürlichen Entwicklung überlassen.
Buchenwaldtyp und Nutzungsfreiheit
In dem 3.000 ha großen Schutzgebiet steht auf 2.100 ha der größte zusammenhängende Buchenwald an der Ostseeküste. Vorherrschender Waldtyp ist der baltische Waldgersten-Buchenwald. Er löst sich an den Kreidefelsen der Kliffhänge in ein dynamisches Mosaik aus offenen Bereichen, Gebüsch- und echten Urwaldstadien auf.Aufgrund der Steilheit und Unzugänglichkeit wurden die Wälder an den Kliffhängen forstlich nie genutzt.
Lebensräume
Der Nationalpark Jasmund weist durch die komplexe Wirkung von Klima, Relief und Boden ein außer- gewöhnlich breites Spektrum an Lebensräumen auf. Allein die Buchenwälder reichen von nährstoffarmen bis zur nährstoffreichen und von der trockenen bis zur feuchten Variante. Mosaikartig sind unterschiedliche Moortypen in den Wald eingebettet und die Kreidehochfläche ist von einem Netz aus Bachläufen durchzogen. Die Hochfläche ist vor nur 12.000 Jahren in der letzten Eiszeit entstanden. Das Inlandeis hinterließ eine heute über 100 m steil aus dem Meer ragende Landschaft aus gestauchter Kreide und Geschiebelehm.
Flora und Fauna
Diese Vielfalt von Lebensräumen ist Grundlagefür einen großen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten. Bemerkenswert sind der seltene Frauenschuh, der Riesenschachtelhalm und die Zwiebelzahnwurz. An den Hängen des Kreidekliffs brütet u. a. der Wanderfalke und die Mehlschwalbe siedelt in mehreren Kolonien. Auch der Seeadler ist regelmäßiger Brutvogel.
Weltnaturerbegebiet
Als Weltnaturerbegebiet wurde ein wenig, teilweise sogar vom Menschen unbeeinflusster, repräsentativer Landschaftsausschnitt im Osten des Nationalparks Jasmund, der vom Spülsaum der Ostsee über die Steilküste bis hin zur Hochfläche reicht, ausgewiesen. Die Größe des Gebietes beträgt 493 ha. Dieses wird umgeben von einer 2511 ha großen Pufferzone.