Wildschein-Forschung im Nationalpark Hainich


Welche Lebensraumstrukturen bevorzugen Wildschweine in einem Nationalpark und dessen Umfeld und was fressen sie am liebsten? Diese und andere Fragestellungen sollen im Rahmen eines großen Forschungsprojektes, welches Ende letzten Jahres gestartet ist, genauer unter die Lupe genommen werden. In Kooperation mit dem Landesjagdverband Thüringen e.V. und dem Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha der ThüringenForst AöR soll das Wissen über die Anpassung des Schwarzwildes an ein Leben in einem Mosaik von sehr unterschiedlich anthropogen geprägten Lebensräumen mit teilweise hohen Nahrungsressourcen erweitert werden. Denn genau das beschreibt die Lage des Nationalparks Hainich: Er ist eingebettet in einen intensiv landwirtschaftlich genutzten Raum und stellt aufgrund seiner naturräumlichen Gegebenheiten ein wichtiges Habitat für das Schwarzwild dar, in dem es beispielsweise Nahrung, Deckung und Ruhe findet. Hinzu kommt, dass innerhalb des Nationalparks ein auf das Schutzgebiet abgestimmtes Wildmanagement erfolgt, was sich zwar in der Jagdstrategie vom Umfeld des Nationalparks unterscheidet, aber letztendlich auch die Vermeidung von Wildschäden außerhalb des Nationalparks als Ziel verfolgt.

Um die Bewegungen und Raumnutzung der Wildschweine im Nationalpark genau nachverfolgen zu können, werden einige von ihnen mit einem GPS-Halsbandsender ausgestattet. Über diesen erhalten die Forscher jede 30 Minuten eine Ortung, die bspw. Aufschluss darüber gibt, wo sich eine Rotte während der Nacht aufhält oder wo sich ihr Einstand befindet. Mittels Infrarot-Fotofallen können zudem Aussagen zur Bestandesdichte des Schwarzwildes im Nationalpark erfolgen. Aber nicht nur Wildschweine tappen dabei in die „Falle“, sondern auch viele andere Bewohner des Nationalparks wie Rothirsch, Fuchs, Reh und Wildkatze. Eine Auswahl der schönsten Fotofallen-Bilder gibt es auf der Internetseite des Forschungsprojektes www.schwarzwild-hainich.de .

 

Das Forschungsprojekt zum Schwarzwild hat eine Laufzeit bis Ende 2019. Bis dahin sollen noch weitere Wildschweine besendert werden. Neben dem Einsatz von Fotofallen ist außerdem im nächsten Jahr eine sogenannte Kotgenotypisierung geplant, die zusätzliche Daten zur Bestandesschätzung liefern soll.

 

Haben Sie Fragen zum Projekt oder möchten noch mehr Informationen dazu erhalten? Dann schauen Sie doch mal auf der Projekthomepage www.schwarzwild-hainich.de vorbei!

 

 

Alisa Klamm